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Frankfurter Rundschau, 05. Februar 2009

Ober-Ramstadt – Abriss einer Planung

Das ehemalige Miag-Gelände in Ober-Ramstadt hat 15 Jahre brachgelegen. Jetzt wird es nach den Worten von Bürgermeister Werner Schuchmann (SPD) und Martin Bullermann von der SEG Stadtentwicklungsgesellschaft „Schlag auf Schlag gehen“. Am gestrigen Mittwoch erfolgte denn auch der erste „Spatenstich“: Mit einem orangefarbenen Bagger riss Schuchmann symbolisch eine Tankstelle auf dem zehn Hektar großen ehemaligen Industriegelände ein. Hier wurden schon Röhr-Autos, Kräne und Gabelstapler gefertigt sowie nach dem Krieg Panzerketten für die US-Streitkräfte instandgesetzt. …

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Frankfurter Rundschau, 05. Februar 2009

Ober-Ramstadt – Abriss einer Planung

Das ehemalige Miag-Gelände in Ober-Ramstadt hat 15 Jahre brachgelegen. Jetzt wird es nach den Worten von Bürgermeister Werner Schuchmann (SPD) und Martin Bullermann von der SEG Stadtentwicklungsgesellschaft „Schlag auf Schlag gehen“. Am gestrigen Mittwoch erfolgte denn auch der erste „Spatenstich“: Mit einem orangefarbenen Bagger riss Schuchmann symbolisch eine Tankstelle auf dem zehn Hektar großen ehemaligen Industriegelände ein. Hier wurden schon Röhr-Autos, Kräne und Gabelstapler gefertigt sowie nach dem Krieg Panzerketten für die US-Streitkräfte instandgesetzt.

Jetzt soll bis in acht Jahren Wohnraum für insgesamt 600 neue Bürger entstehen. Im ersten von fünf Bauabschnitten sind Häuser für Familien, Senioren und Behinderte geplant. Außerdem stehen der Umbau der Bahnbrücke sowie der Bau eines Regenrückhaltebeckens an. In Kürze wird eine 1,2 Hektar große Fläche im Westen vollständig entsiegelt und alle nicht baulichen Anlagen abgerissen. Auch das denkmalgeschützte Pförtnerhäuschen wird zunächst verschwinden, um etwas versetzt wieder aufgebaut zu werden, denn es steht dort, wo das Regenrückhaltebecken geplant ist.

„Insgesamt werden 21 Kubikmeter umbauter Raum rückgebaut“, sagte SEG-Geschäftsführer Bullermann bei der Vorstellung der Pläne. Altlasten gebe es hier noch keine zu beseitigen. Jedoch erwarte man für die folgenden Abschnitte Beseitigungskosten in Millionenhöhe. Erdabtragungen von drei bis fünf Metern sind erforderlich. Im Frühjahr sollen Straßen, Kanal und Infrastrukturarbeiten folgen. Für Juni ist der Baubeginn der ersten zweigeschossigen Doppel-, Reihen- und Einfamilienhäuser durch die Wilma Bauprojekte Rhein-Main GmbH geplant. „Mehr als 50 Prozent der 21 Häuser im ersten Bauabschnitt sind bereits verkauft“, sagte Verbriebsverantwortlicher Marco Visconti. Ende 2009 könnten die ersten Bewohner einziehen. Ein Reihenhaus mit einer Fläche von 130 Quadratmetern soll 195 000 Euro kosten. Die Darmstädter Firma SW-ServiceForm plant am Eingang des Geländes eine Anlage mit 30 Eigentumswohnungen für Senioren. Im barrierefreien Wohnkonzept sei ein Center vorgesehen, das Pflegedienste, Ärzte, Frisöre und dergleichen vermittelt, so Geschäftsführerin Friederike Oehmichen. Ein Café, Geschäfte und Ärzte sollen angesiedelt werden.

Dritter Investor ist die Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD). Sie will im Zuge der Dezentralisierung ihrer Großeinrichtung für Behinderte insgesamt vier Häuser für jeweils acht Menschen mit geistigen Behinderungen bauen. Das erste Projekt, zwei Häuser für 16 Kinder- und Jugendliche, soll in Nachbarschaft zur Seniorenanlage entstehen. „Die Gebäude sollen sich äußerlich der Umgebung anpassen“, sagt NRD-Regionalleiter Tom Wäsche. Er rechnet 2011 mit den ersten Hausbezügen.

Dem ersten Bauabschnitt sollen weitere folgen.